Stell dir eine Welt vor, in der Kleidung keine Etiketten wie „für Männer“ oder „für Frauen“ trägt – eine Welt, in der das, was du trägst, davon abhängt, wie es dich fühlen lässt und wie du dich ausdrücken möchtest. Genau darum geht es bei Genderless Fashion, und in der K-Pop-Szene sorgt dieser Trend gerade für große Wellen. Junge Generationen, wie wir selbst, legen immer mehr Wert darauf, ihre Persönlichkeit durch Mode auszudrücken. Es geht längst nicht mehr nur darum, gut auszusehen – Mode ist eine Möglichkeit geworden, der Welt zu zeigen, wer man wirklich ist.
Entdecke, wie acht einflussreiche K-Pop-Idole die Gender-Fluid Fashion stärken. Laut Kim Hyo-jung, Professorin am Fashion Institute of Technology in Korea, wird dieser Wandel nicht nur durch die wachsende Unterstützung für LGBTQ+-Rechte vorangetrieben, sondern auch durch Millennials und Gen Z, die Individualität leben. Mode ist zu einem mächtigen Werkzeug der Selbstdarstellung geworden, mit dem wir unser wahres Ich zeigen können.
8 Einflussreiche K-Pop-Idole, die Gender-Fluid Fashion stärken
Kang Daniel
Kang Daniel, der zuerst als Mitglied der Projektgruppe Wanna One berühmt wurde, hat sich zu einer bedeutenden Figur in der Modewelt entwickelt – insbesondere in der genderneutralen Fashion. Er ist bekannt für seinen vielseitigen Stil und seine Bereitschaft, Grenzen zu überschreiten. Kein Wunder, dass Luxusmarken ihn lieben. Besonders hervorzuheben ist seine Zusammenarbeit mit Louis Vuitton und der ikonischen Twist Handtasche.
Ursprünglich für Frauen entworfen, beweist Kang Daniel, dass solche Taschen von jedem getragen werden können. In der „New Masculinity“-Kampagne trug er Teile aus Louis Vuittons Frühjahrs- und Sommerkollektion für Frauen: ein cremefarbenes Blazer, ein ärmelloses, bedrucktes T-Shirt und sogar ein beige gestricktes Kleid. Es ging nicht nur darum, gut auszusehen – es war ein mutiges Statement: Mode kennt kein Geschlecht. Durch die Kombination traditionell weiblicher Stücke mit seiner selbstbewussten Ausstrahlung hinterfragt Kang Daniel die veraltete Vorstellung, dass bestimmte Kleidung nur für ein Geschlecht bestimmt ist.
Sein Einfluss endet hier nicht. Letztes Jahr schrieb er Geschichte, als er als erster männlicher koreanischer Promi für Chanels Schmucklinie modelte – eine Rolle, die zuvor nur von weiblichen Stars wie G-Dragon übernommen wurde. Im Fotoshooting trug er Ohrringe, eine Uhr und Chanel-Ringe, und zeigte eine sanftere, zartere Seite von Männlichkeit. Damit definiert er, was es bedeutet, in der modernen Welt männlich zu sein, neu – Männer können traditionelle „weibliche“ Accessoires tragen und trotzdem Stärke und Selbstvertrauen ausstrahlen.
Praktischer Tipp: Wer ähnliche Looks nachahmen möchte, kann mit Accessoires wie filigranen Ringen oder farblich neutralen Blazern experimentieren. Marken wie COS oder Zara bieten erschwingliche, geschlechtsneutrale Optionen, die leicht in jeden Kleiderschrank passen.
Jimin
Jimin, Mitglied der K-Pop-Boygroup BTS, ist bekannt für seine furchtlosen Fashion-Entscheidungen. Er verschmilzt oft traditionell männliche und weibliche Elemente zu einzigartigen Looks. Ein besonders bemerkenswerter Moment war im Juni 2021, kurz vor der Veröffentlichung von BTS’ Hit-Single „Butter“. In einem Teaserbild trug Jimin einen schwarz-roten Plaid-Kilt kombiniert mit Fellstiefeln – ein Look, der viral ging.
Traditionell als Männerkleidung in der schottischen Kultur angesehen, erhielt der Kilt durch Jimin eine neue Bedeutung. Fans und Modeenthusiasten lobten ihn dafür, dass er Geschlechternormen herausfordert und zeigt, dass Kleidung ein starkes Mittel der Selbstdarstellung jenseits klassischer Rollenbilder ist.
Social Media explodierte mit Kommentaren wie: „Jimin bricht Geschlechternormen für Mode und Kunst“ oder „Er zeigt, dass Mode keine Grenzen kennt und ein Mittel zur Selbstexpression ist.“ Sein Mut inspiriert Fans, über den Tellerrand hinauszudenken und ihre Identität zu feiern, unabhängig von gesellschaftlichen Erwartungen.
Lifestyle-Tipp: Ein Kilt kann in Kombination mit modernen Stiefeln oder Sneakers sowohl sommer- als auch wintertauglich sein. Für kältere Tage eignen sich Strumpfhosen oder Leggings darunter, um Wärme und Stil zu verbinden.
BTS
BTS als Gruppe ist Vorreiter darin, Geschlechternormen in der Mode herauszufordern. Die Mitglieder kombinieren oft männliche und weibliche Elemente, sei es durch verspielte weiße Blusen, auffällige Ohrringe oder wechselnde Haarfarben.
In den Konzeptfotos für ihr Album Map of the Soul: Persona trugen sie Teile aus Guccis Frauenkollektion. Jungkook mit einer blauen Handtasche, V mit einem ärmellosen Weste mit Bandbesatz und Suga mit einer Brosche. Solche Stücke sieht man normalerweise nicht bei männlichen Idolen, aber BTS trägt sie selbstbewusst und beweist: Mode ist Ausdruck von Persönlichkeit, nicht Geschlechterrollen.
Ihre Modeentscheidungen spiegeln die Werte ihrer Musik wider: Individualität, Selbstidentität und Liebe. Als RM vor den Vereinten Nationen sagte: „Egal, wer du bist, woher du kommst, deine Hautfarbe, deine Geschlechtsidentität – sprich dich aus“, meinte er nicht nur Worte, sondern das gesamte Leben von BTS – einschließlich ihrer Kleidung. BTS inspiriert Fans, sich selbst treu zu bleiben und gesellschaftliche Normen zu hinterfragen.
G-Dragon
Bevor Gender-Neutral Fashion Mainstream wurde, führte G-Dragon bereits die Bewegung an. Bekannt für seinen gewagten Stil, sitzt er regelmäßig in der ersten Reihe bei Chanel-Shows, oft in Damenkollektionsteilen. Als Lieblingsstar von Karl Lagerfeld und Chanel-Botschafter definiert er, was es heißt, eine Modeikone zu sein, neu.
Ob Tweed-Jacken, Perlenketten oder Kamelien-Broschen – G-Dragon macht jedes Stück zu seinem eigenen. Seine Fähigkeit, Luxusmode mit Streetwear zu verbinden, macht ihn sowohl in Korea als auch international zum Trendsetter. Er sagt: „Ich bin eher schlank, also kann ich auch Damenkleidung tragen – ich denke, das ist unisex.“ Damit bricht er die Barrieren zwischen Männer- und Frauenmode auf.
Praktischer Tipp: Wer G-Dragons Stil nachahmen möchte, kann mit Statement-Pieces wie auffälligen Ketten, breiten Schals oder Mustermixen experimentieren. Dabei geht es weniger um die Marke, sondern um die Kombination und das Selbstbewusstsein.
Kai
Kai von EXO sorgte 2019 für Aufsehen, als er während der Obsession-Promotionen einen Crop Top trug – ein Kleidungsstück, das traditionell mit Frauen assoziiert wird. Für Kai symbolisierte es Mut und Selbstbewusstsein, Grenzen des Geschlechts zu hinterfragen. Sein Auftritt zeigte, dass jeder alles tragen kann, wenn er die Sicherheit dazu hat.
Sein Crop-Top-Moment war mehr als ein Statement – er ermutigte Fans und Kollegen, ihren eigenen Stil zu erkunden und Mode als Form der Selbstexpression zu nutzen.
Lifestyle-Tipp: Crop Tops lassen sich auch im Alltag kombinieren, z. B. mit High-Waist-Hosen oder Midikleidern. Für kühlere Tage kann ein locker sitzender Blazer darüber getragen werden, um den Look geschlechtsneutral und stilvoll zu halten.
WEEKLY
Die Girlgroup WEEKLY setzt sich für gender-neutrale Mode ein. Auf der Bühne trugen sie Shorts im Stil von Schuluniformen, was in Korea traditionell Skirts entspricht. Diese Entscheidung zeigt, dass Komfort und Praktikabilität genauso wichtig sind wie Stil. Ihre Outfits demonstrieren: Mode kann empowernd und gleichzeitig bequem sein.
WJSN THE BLACK
WJSN THE BLACK, eine Subunit von Cosmic Girls, entschied sich für elegante Hosenanzüge statt auffälliger Kleider. Hosenanzüge, traditionell männlich, symbolisieren heute Power und Selbstbewusstsein für Frauen. Sie zeigen, dass Mode keine bestimmte Form der Weiblichkeit verlangt, sondern Stärke und Stil miteinander verbinden kann.
Tipps: Ein gut geschnittener Hosenanzug kann das ganze Jahr über getragen werden. Leichte Stoffe eignen sich für Frühling und Sommer, während Wollmischungen ideal für den Winter sind. Kombiniert mit auffälligen Accessoires wirkt der Look modern und selbstbewusst.
Taemin
Taemin von SHINee kombinierte 2017 Tanz und Fashion perfekt in seiner Performance von „Move“. Die Choreografie war fließend und fast androgyn, während seine Outfits die Grenzen zwischen männlich und weiblich verschwimmen ließen.
Sein Mut, Traditionen zu hinterfragen, inspiriert Fans und Idole, ihren eigenen Stil zu finden. „Move“ zeigte, dass Mode und Tanz so fließend sein können wie die Menschen, die sie tragen.
Einfluss auf die Modeindustrie
Mode ist mehr als Kleidung – sie ist Ausdruck der Identität. K-Pop-Idole zeigen, dass niemand sich in ein bestimmtes Schema zwängen muss. Vor Gender-Neutral Fashion begannen Marken wie Yves Saint Laurent, Barrieren zu durchbrechen, z. B. mit altersunabhängigen Outfits. Heute beweist der Trend zur geschlechtsneutralen Mode, dass Stil für jeden zugänglich ist, unabhängig von Alter oder Geschlecht.
Herausforderungen und Chancen
Barrieren zu überwinden bedeutet, Normen herauszufordern, was schwierig sein kann. Es braucht Zeit, bis sich jeder wohlfühlt, seine Persönlichkeit durch Mode auszudrücken. Gleichzeitig bietet genderneutrale Mode enorme Chancen: Sie schafft eine inklusive Welt, in der sich jeder gesehen und wertgeschätzt fühlt.
Fazit
Die Zukunft der Mode dreht sich um Freiheit – die Freiheit, zu tragen, was man will, und sich selbst auszudrücken. K-Pop-Idole zeigen uns, dass Mode keine Grenzen kennt. Fans können diesem Beispiel folgen, eigene Regeln aufstellen und eine Welt schaffen, in der Stil genauso einzigartig ist wie wir selbst.
Ob du ein Outfit für den Alltag, die Arbeit oder einen besonderen Anlass suchst – lasse dich von diesen Idolen inspirieren. Spiele mit Farben, Schnitten und Accessoires, sei mutig und hab Spaß dabei. Mode ist nicht nur Kleidung, sie ist ein Statement deiner Persönlichkeit.

